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Sonntag

Um viertel nach vier heisst es aufstehen, um fünf holt uns Giovanna ab und geleitet uns zum Hundeladen ins Tierheim. Dort geht alles sehr schnell. Captain Harlock ist der erste, das Parademoppelchen belegt die grösste Box. Siria lässt mit Engelsgeduld und erstaunlich guter Laune das zweite Verladen in zwei Tagen über sich ergehen. Biscotto weiss nicht so recht, wie ihm geschieht und was er davon halten soll - vor Abschluss der Meinungsbildung steckt er aber schon in der Box und weiter gehts. Mammina ist und bleibt ein Sonnenscheinchen, kein Problem. Und Romeo ist vor Schreck so starr, dass auch seine Verladung erstaunlich einfach klappt. Noch vor 6 starten wir unsere Reise, bewaffnet mit Telefonnummern der Familien und Pflegestellen und in der Hoffnung, Auto und Nerven mögen bis Landsberg halten.

Der Verkehr ist die ersten 700 km traumhaft, fast leere drei- bis vierspurige Autobahnen, auf denen die Italiener konsequent und ausschliesslich die zweite Spur von links nutzen. So konsequent, dass ich schon anfing mich zu fragen, ob das eine Vorschrift ist... Kurz vor Modena müssen wir dann der Natur zu ihrem Recht verhelfen. Zum Wohle der Hunde wollen wir nacheinander gehen, damit die Fenster geöffnet bleiben können. Ich durfte zuerst... Als ich zum Auto zurückkam, hörte ich schon lautes Bellen und einen leicht verzweifelte Birgit gab das Kommando zur sofortigen Weiterfahrt, da unser Transporter schon Aufmerksamkeit zu erregen begann. Arme Birgit.

 



Die Lärmquelle war Romeo, zum Glück mit einer relativ sonoren Stimme ausgestattet, so dass wir uns leichte Überlebenschancen für unsere Trommelfelle ausrechnen konnten. Romeo wusste ja nicht, dass er auf dem Weg in ein tolles zu Hause war, in dem zudem noch seine leibliche Mamma auf ihn wartete. Ob er dann auch 355 km am Stück gebellt hätte und damit riskiert hätte, "vom Lastwagen zu fallen"? Es gibt nur eines, dass die Nerven noch mehr strapaziert, als 355 km ununterbrochenes Bellen: abrupte Stille nach 356 km. Warum gerade jetzt? Wollte er aufhören, ist etwas passiert? Er wollte, aber nicht lange!

So sind wir, in Wolldecken gehüllt, Kühlung/Gebläse auf höchste Stufe mit offenen Fenstern mit in Summe über alles beeindruckendem Lärmpegel über den Brenner, durch Österreich und weiter bis nach Landsberg geflogen - aus nackter Verzweiflung in unter 10 Stunden.



Bei der Ankunft habe ich wie immer gestaunt, wie fröhlich und entspannt die meisten Hunde nach so einer Fahrt aus den Boxen steigen. Unser kleiner Brüllaffe stand nicht etwa völlig aufgelöst in der Box, neee, der Herr lag bequem eingerollt und mittlerweile leicht heiser motzend in seiner Box. Verstummt ist er erst draussen, ups, Hilfe, so viel Neues... Seine Familie hat ihn aber sehr glücklich in Empfang genommen und man hört, es geht ihm gut.
Biscotto hüpfte aus seiner Box und war gleich der Liebling aller, fassungslos vor Freude, wie viele streichelnde Hände sich da versammelt hatten. Und als er mit seiner neuen Familie stolz davon fuhr, war das ein wunderschönes Bild.


Mammina tat Biscotto in Sachen Charme nichts nach und hat sich glücklich auf die Weiterfahrt nach Worms gemacht.
Captain Harlock war anfangs noch etwas beduselt, ist dann aber ebenfalls fröhlich mit seiner Pflegefamilie von dannen gezogen
Und Siria, die alte Dame, stieg schwanzwedelnd aus der Box und trug sich gleich mal in die stetig anwachsende Liste der Hunde ein, die dem Fitze-Teich buchstäblich auf den Grund gehen wollten. Woraufhin zwei der Anwesenden spontan riefen "oh zum Glück ist also nicht nur meine(r) so blöd...."



Das war sie, meine zweite Casertareise. Hoffentlich nicht die letzte und mit Birgit immer wieder gerne!